Vereinsgeschichte und -struktur

Geschichte

1911 Gründung eines Würzburger „Privatmusiklehrerinnenvereins“ durch Lotte Kliebert und Auguste Kirchdorffer
1926 Beitritt zum „Deutschen Tonkünstler- und Musiklehrerverein“ (RDTM)
1955 Neugründung des Würzburger Tonkünstlerverbandes durch Lotte Kliebert

1955–1956 1. Vorsitzender: Prof. Franz Rau

1956–1957 1. Vorsitzender: Prof. Franz Xaver Lehner

1957–1984 1. Vorsitzende: Lotte Kliebert

1984–1992 1. Vorsitzender: Alexander Laurson

1992–1999 1. Vorsitzender: Erwin Horn

1999–2000 1. Vorsitzender: Mathias Kreuzer

2000–2005 1. Vorsitzender: Gernot Tschirwitz

Sept. 2005 1. Vorsitzender: Steffen Zeller



Mitglieder

(Stand: November 2010)

Ordentliche Mitglieder: 412
Mitglieder im Freundeskreis: 8
Ca. 20% der Ordentlichen Mitglieder sind Studierende an der Hochschule für Musik bzw. der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Ca. 20% sind Lehrbeauftragte, Dozenten oder Professoren (auch emeritierte) der Hochschule für Musik Würzburg.



Ehrenmitglieder

Erwin Horn (Ehrenvorsitzender)

Elfriede Streller

Prof. Bertold Hummel †
Am 9.8.2002 verstarb unser Ehrenmitglied Prof. Bertold Hummel,
Komponist, Hochschullehrer, Präsident und Ehrenpräsident der Hochschule für Musik Würzburg.
Sein Lebenswerk wird unter www.bertold-hummel.de aufgezeigt.

Prof. Dr. Alexander L. Suder

Stephan Werner

Margarete Kindermann

Johannes Kamprad



Aller guten Dinge sind drei …

Der Würzburger Tonkünstlerverband e.V. stellt sich vor

Der Würzburger Tonkünstlerverband blickt auf eine wahrhaft wechselvolle Geschichte zurück: Im Jahre 1911 gründeten Lotte Kliebert und Gusti Kirchhoff den »Privatlehrerinnen-Verein«, eine ständische Organisation ausschließlich für Frauen, nämlich Musik- und Sprachlehrerinnen. Dies war wohl die eigentliche Geburtsstunde des Ortsverbandes – es sollten noch mehrere folgen: 1926 gründete Hermann Zilcher die Ortsgruppe des Verbandes deutscher Tonkünstler und Musiklehrer, dem der Privatlehrerinnen-Verein geschlossen beitrat.

Im Jahre 1935 aufgelöst, lag es 1955 erneut an Lotte Kliebert, die Würzburger Ortsgruppe im Bayerischen Tonkünstlerverband wiederzugründen. Mit anfangs 39 Mitgliedern gab es bald die ersten öffentlichen Schülerkonzerte. Bereits ein Jahr später wurden die »Abonnementkonzerte des Tonkünstler-Verbandes« als erste Würzburger Konzertreihe mit überregionaler Bedeutung der Nachkriegszeit eingerichtet.
Bald darauf wurde das »Studio für Neue Musik« gegründet – das dritte seiner Art in der Bundesrepublik nach Hannover und München. Über 20 Jahre von Prof. Bertold Hummel künstlerisch geleitet, folgten Prof. Dr. Klaus Stahmer und der heutige Leiter Prof. Dr. Christoph Wünsch.

Dass Lotte Kliebert noch heute als die »Grande Dame de Musique« in Würzburg gilt, von Prof. Dr. Alexander Suder einmal als »First Lady der bayerischen Musikpädagogen« bezeichnet, liegt nicht zuletzt in ihrer Vorstandstätigkeit bis 1984 begründet. Im Alter von 94 Jahren gab sie »ihren Tonkünstlerverband« in jüngere Hände ab – die Gründung des Privatlehrerinnen-Vereins lag nun 73 Jahre zurück!

Damit von der Geschichte in die Gegenwart:
Auch heute tritt der Verband besonders durch Konzerte an die Öffentlichkeit. Als erstes sind die öffentlichen Schülerkonzerte und Auswahlkonzerte von jugendlichen Preisträgern zu nennen. Hier sind wir in der glücklichen Lage, den Toscanasaal der Residenz als Konzertsaal nutzen zu können. Des weiteren unterstützen wir Konzerte unserer Mitglieder und haben eine feste Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Bildender Künstler Unterfranken, dessen Ausstellungen im Würzburger Kulturspeicher von uns musikalisch begleitet werden.

Daneben gibt es regelmäßig größere Projekte. So brachte der Verband 2004 zum Würzburger Stadtjubiläum eine CD mit Werken Würzburger Komponisten heraus und richtete 2005 einen internationalen Kompositionswettbewerb aus. Seit 2006 gibt es eine Beteiligung an PantaRhei, einem Festival für zeitgenössische Musik. 2007 veranstalteten wir eine musikalische Lesung zum Holocaust-Gedenktag und ein großes Tango-Projekt „After Piazzolla“ mit sechs Urauführungen zeitgenössischer »Kommentare« zu Piazzolla. 2008 gab es ein Konzert mit Auftragskompositionen für das 60-jährige Jubiläum des Landesverbandes mit dem Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau unter Viktor Aslund mit dem Solisen Markus Bellheim.

Nicht zuletzt wollen wir den immer noch recht unbekannten Saalbau Luisengarten mit unserem verbandseigenen Flügel zu einem lebendigen Konzertsaal in Würzburg machen. Die Anschaffung dieses Instrumentes im Jahre 2002 gelang fast vollständig durch Spenden unserer Mitglieder und Förderer.

Die Zahl unserer Mitglieder zur Zeit bei über 400 – für eine Stadt der Größe Würzburgs eine beachtliche Stärke, die für eine jahrzehntelange erfolgreiche Arbeit spricht. Erster Vorsitzender ist Steffen Zeller – Musikwissenschaftler, musikalischer Leiter der Sing- und Musikschule Dettelbach-Schwarzach, stellvertretender Kreischorleiter im Hohenlohischen Gau des Schwäbischen Sängerbundes und nebenamtlicher Kirchenmusiker. Ihm zur Seite steht der Komponist Hubert Hoche; vervollständigt wird der Vorstand durch Schatzmeister Dipl.-Kfm. Dieter Simon und den als Musikalienhändler in Würzburg wohlbekannten Mathias Kreuzer als Schriftführer. Mittels verstärkter Zusammenarbeit mit anderen Würzburger Kulturinstitutionen möchten wir in diesen sogenannten »schwierigen Zeiten« den Verband weiter als eine kräftige Stimme im Würzburger Kulturleben zu Gehör bringen.
Und mit Schwung und Beharrlichkeit versuchen, was wir für unsere ureigenste Aufgabe halten: bei Kindern die Liebe zur Musik zu wecken und sie zu fördern. Dazu dem Würzburger Konzertleben einige interessante Tupfen zu verleihen und natürlich die Mitglieder nach außen vertreten.

Um zum Schluss noch einmal auf die Anfänge zurückzukommen ein Zitat von 1924:
»Der Verband will das geistige und wirtschaftliche Wohl des Berufsstandes fördern und für eine gründliche Ausbildung des Nachwuchses sorgen.« Das gilt unverändert.